Frederic Pearson Treadwell (1857–1918)

Professor für analytische Chemie

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Frederic Pearson Treadwell wurde am 5. Februar 1857 in Portsmouth, New Hampshire, USA geboren.

Sein Vater, ein Handelsschiffskapitän, gewann auf seinen Reisen besondere Verehrung für Europa und brachte daher seinen jungen Sohn zur Ausbildung nach Vevey. Danach ging Treadwell nach Gotha zur Erlernung der deutschen Sprache.

In den Jahren 1875 bis 1878 studierte Treadwell in Heidelberg, bei Robert Bunsen, Gustav Robert Kirchhoff, Hermann Kopp und Georg Hermann Quincke. 1878 promovierte er summa cum laude bei Robert Bunsen und war danach während drei Semestern Vorlesungsassistent bei ihm.

Auseinandersetzung mit der mechanischen Wärmetheorie

Neben dem Studium der analytischen Chemie vertiefte sich Treadwell in seiner Heidelberger Zeit eingehend in die klassischen Arbeiten von James Clerk Maxwell und Rudolf Clausius über die mechanische Wärmetheorie.

Besonderes Interesse hatte er auch für die Mineralogie und Kristallographie, welche ihn für kurze Zeit als Assistenten von Felix Klein nach Göttingen führte.

Anstellung am Eidgenössische Polytechnikum

Im Jahr 1881 kam Treadwell nach Zürich, wo er zunächst als Privatdozent in das Eidgenössische Polytechnikum eintrat, um unter Viktor Meyers Leitung auf dem Gebiet der organischen Chemie zu arbeiten. Noch im selben Jahr wurde ihm die Stelle eines ersten Assistenten für das analytisch-chemische Praktikum in Meyers Laboratorium übertragen. Damit verbunden war auch ein Lehrauftrag für die Vorlesung über analytische Chemie. Treadwell galt zu jener Zeit bereits als einer der besten Kenner dieses Fachgebiets und ausserordentlich begabter Lehrer. Bereits 1884 wurde ihm als auszeichnende Anerkennung der Professorentitel verliehen.

Leitung des Lehrstuhls und Tod

1893 schuf man an der ETH Zürich für Treadwell eine ordentliche Professur für analytische Chemie. Als Ordinarius hielt er Vorlesungen über qualitative und quantitative Analyse und Sondergebiete wie technische Analyse, Gasanalyse, Probierkunde und Chemie für Maschineningenieure und Bauingenieure. Dabei hat Treadwell die an der ETH geübte Tradition, dass der Ordinarius den Laboratoriumsunterricht selbst leite, und nicht dem Assistenten überlasse, besonders hochgehalten. Es verging wohl kein Tag, an dem er nicht mit den Praktikanten über die laufenden Untersuchungen sprach und seine reiche Erfahrung weitergab. In den Jahren 1905 bis 1909 und von 1913 bis 1918 amtete Treadwell als Vorstand der Chemischen Abteilung der ETH Zürich. Die Schweiz war ihm mittlerweile zur zweiten Heimat geworden, und im Jahr 1905 erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Zürich. Am 24. Juni 1918 verstarb Frederic Treadwell in Zürich. Sein Sohn William Dupré Treadwell folgte ihm in seiner Position als Professor für analytische Chemie an der ETH Zürich.

Handschrift

Ausschnitt aus dem Bericht über die chemische Zusammensetzung der Funtauna Surpunt in St. Moritz für den Geologen Albert Heim, Januar 1892. ETH-Bibliothek, Hochschularchiv, Hs 401:302, S. 5
Ausschnitt aus dem Bericht über die chemische Zusammensetzung der Funtauna Surpunt in St. Moritz für den Geologen Albert Heim, Januar 1892. ETH-Bibliothek, Hochschularchiv, Hs 401:302, S. 5

Werke

Als Resultat seiner Arbeit im analytischen Laboratorium publizierte Treadwell 1882 zusammen mit Victor Meyer das international beachtete Referenzwerk "Tabellen zur qualitativen Analyse". Weltweite Bekanntheit erlangte er 1885 vor allem durch sein "Kurzes Lehrbuch der analytischen Chemie". Als Standardwerk für die Lehre war dieses in Universitäten weltweit verbreitet und wurde bis 1949 mehrfach in verschiedenen Sprachen neu aufgelegt. Neben diesen Hauptwerken publizierte Treadwell Untersuchungen über eine Reihe von Schweizer Heilquellen und zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften.

Bestand

Informationen über Frederic Pearson Treadwells Leben und Werk bietet das biographische Dossier sowie vereinzelte Handschriften im Hochschularchiv der ETH Zürich. Die wichtigsten Publikationen Treadwells sind im Suchportal der ETH-Bibliothek verzeichnet und bestellbar.


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